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Montag, 6. Juli 2009

Gossip, Mogwai, u.a., Furia Sound Festival, 05.07.09

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Konzert: Furia Sound Festival, 2. und letzter Tag, mit: Tunng, Mono, Herman Dune, Isis, Emiliana Torrini, Gossip, Mogwai, Dillinger Escape Plan, Suicidal Tendencies
...
Ort: Cergy Pontoise bei Paris
Datum: 05.07.2009
Zuschauer. tausende



Kurzzusammenfassung:

Tunng: Leider habe ich einen Großteil des Konzertes verpasst, weil die Anreise von Paris fast 1 1/2 (!) Stunden gedauert hat. Vor allem das abschließende Bullets war aber großartig und sorgte für gute Stimmung. Vermutlich 7,5/10 Punkte

Setlist Tunng:

01: Take
02: Bodies
03: Beautiful And Light
04: Woodcat
05: Tale From Black
06: King
07: Jenny Again
08: Hustle
09: Soup
10: Bricks
11: Bullets

Mono: fabelhafte Entdeckung! Himmelhochjauchzender Postrock aus Japan. Melodisch, dramatisch, packend. Klare Konzertempfehlung: 8/10

Herman Dune: Eine leichte Enttäuschung vor allem für einen Fan wie mich. Das war nicht wirklich aufregend und nur My Home Is Nowhere Without You in einer ziemlich rockigen Version ragte heraus. 6,5/10

Auszug aus der Setlist: Try To Think About Me, Next Year In Zion My Home Is Nowhere Without You, When The Water Gets Cold And Freezes On The Lake

Konzerttermine Herman Dune:

09.07.2009: Ardentes Festival, Liège (Lüttich)
16.07.2009: Montreux Jazz Festival
20.07.2009: Thau Festival
22.07.2009: Bregenz Festival
23. 07.2009: Registratur, München
24.07.2009: Festsaal Kreuzberg, Berlin
25.07.2009: Knust, Hamburg

Isis: Brutal hart, aber dennoch melodisch und euphorisierend. Wäre der diabolische Gesang nicht (wer brüllt da, der Teufel persöhnlich?), würden mir Isis noch deutlich besser gefallen. Aber auch so verbuche ich ihren Auftritt als gelungen: 7/10 Punkte


Konzerttermine Isis:

06.07.2009: Effenaar, Eindhoven
08.07.2009: BHF Langendreer, Bochum
09.07.2009: Wagenhallen, Stuttgart
10.07.2009: Beatpol, Dresden
11.07.2009: Feierwerk, München
12.07.2009: Dachstock, Bern
13.07.2009: Spaziale Festival, Turin
15.07.2009: Exaus Open Air, Trier
16.07.2009: Dour Festival

Emilian Torrini: Gähn! Über weite Strecken zum Einschlafen! Leider! Von der kessen Isländerin hatte ich mir deutlich mehr versprochen, das hier war lediglich halbwegs gefälliger Pop/Rock, der niemandem weh tut. 5,5/10 Punkte

Setlist Emiliana Torrini:

01: Fireheads
02: Heartstopper
03: Big Jumps
04: Nothing Brings me Down
05: Today Has Been OK
06: Sunny Road
07: Me And Armani
08: Birds
09: Ha Ha
10: Gun
11: Jungle Drum

Konzerttermine von Emiliana Torrini:

09.07.2009: Les Ardentes Festival, Lüttich
10.07.2009: Fritz Im Freien, Zitadelle Berlin
20.07.2009: Zeltival Festival, Karlsruhe
24.07.2009: Kulturarena, Jena
25.09.2009: Reeperbahn Festival, Hamburg
29.09.2009: Olympia, Paris (unglaublich, aber wahr!)
04.10.2009: Muffathalle, München
06.10.2009: Live Music Hall, Köln
07.10.2009: Central Station, Darmstadt
08.10.2009: Alter Schlachthof, Dresden

Dillinger Escape Plan:

Deutlich zu viel Gebrüll. Klingt als würde eine Sau geschlachtet. Wir sind hier auf dem Konzerttagebuch, Dillinger Escape Plan überlassen wir der Visions. Ohne Wertung.


Gossip:

Grandios! Beth Ditto ist der größte Rockstar unserer Zeit! Ein fulminanter, hochspektakulärer Festivalauftritt, der kaum zu toppen war. Beim Furia Sound Festival habe ich in den letzten Jahren schon Granaten wie Sonic Youth und Queens Of The Stone Age in Aktion gesehen, aber gegen die urwüchsige Kraft von Beth sind das alles nur kleine Fische. Gossip spielten heute alles in Grund und Boden und walzten platt, was ihnen in den Weg kam. Die Ditto rammte mich mit ihrer unfassbar lauten und durchdringenden Stimme ungespitzt in die Wiese und hinterher fühlte ich mich als hätte mich ein Bus gestreift. Ein tolles Gefühl! Wer kann Beth auf dem Weg nach ganz oben noch aufhalten? Ich sehe da niemanden, die Frau ist ein Vulkan, eine Naturgewalt, ein Weltwunder (deshalb der Titel 8th Wonder?) !!! 10/10 Punkte


Gespielte Songs (Auszug): 8th Wonder, Love Long Distance, ein Auszug von Psycho Killer (Talking Heads Cover, Textzeile "Psycho Killer, qu'est-ce que c'est?"), Listen Up, Yr Mangled Heart, Jealous Girls, Standing In The Way Of Control und zum Abschluß Heavy Cross

Gossip spielen in Deutschland beim Melt! Festival (17. Juli) und am 9. Juli in Hamburg, Docks.

Mogwai:

Majestätisch, dramatisch, brilliant. Präziser und packender kann Instrumentalmusik nicht zelebriert werden. Mein drittes Mogwai Konzert war mit Abstand das beste. Es passte alles: Die Uhrzeit (22 Uhr 20, ideal für diese Art von Musik), die Songauswahl und die Lichtshow. Die Schotten waren sensationell gut und ließen desöfteren meinen Atem stocken! Wie bekifft taumelte ich am Ende mit tauben Ohren über den Rasen und konnte kaum fassen, was ich da zuvor erlebt hatte. Wie ist es möglich, daß solch brachiale Musik gleichzeitig so wunderschön ist? Und wie kann es sein, daß man ohne Texte soviel aussagen kann? Eine essentielle Band, ich würde gerne über die Rauhbeine eine Biografie schreiben, so fasziniert bin ich von ihnen!

9,5/10 Punkte

Setlist Mogwai, Furia Sound Festival, Cergy Pontoise 2009 (Merci à Stéphane!)

01: Friend Of The Night
02: Killing All The Flies
03: I'm Jim Morrison, I'm Dead
04: You Don't Know Jesus
05: Hunted By A Freak,
06: Mogwai Fear Satan
07: Batcat



Suicidal Tendencies: Überlassen wir ebenfalls der Visions und ihren Lesern.

Zum Abschluß hätte ich auch noch einen Geheimtipp des Furia Sound Festivals zu bieten: Yo Yo Acapulco kommen aus Norwegen, lieben den Klang von Ukulelen und sind musikalisch irgendwo zwischen Herman Dune, den Moldy Peaches und Coming Soon anzusiedeln, mit denen sie auch das französische Label Kitchen Music teilen. Charmant!




Mittwoch, 4. Juli 2007

Sonic Youth, Cergy-Pontoise, 01.07.07

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Konzert: Sonic Youth
Ort: Cergy-Pontoise (Furia Sound Festival)
Datum: 01.07.2007
Zuschauer: ein paar Tausend


Am frühen Abend warteten dann etliche Fans auf den heißersehnten Auftritt der amerikanischen Indie-Ikonen Sonic Youth. Die Veranstalter hatten am heutigen Sonntag wirklich den Vogel abgeschossen, denn wer kann schließlich schon am gleichen Tag Queens Of The Stone Age und eben Sonic Youth aufbieten?

Die Photographen, die wie immer das Privileg hatten, im abgesperrten Bereich vor der Bühne zu knipsen, scharrten schon ungeduldig mit den Hufen.

Dann war es endlich soweit: Kim Gordon, Thurston Moore und die drei anderen Bandmitglieder marschierten unter riesigem Applaus auf die Bühne und legten los mit "The World Looks Red". Kim, die mit einem weißen Sommerkleidchen erschienen war, hielt sich zunächst in tanztechnischer Hinsicht zurück, sie bewegt sich nur im Takt auf und ab. Thurston hatte sich am rechten Rand der Bühne aufgebaut und behandelte seine Gitarre interessanterweise mit einem Geigenstab. Diese Technik hatte ich schon neulich von einem Musiker von Rickie Lee Jones gesehen, aber auch Sigur Ros brillieren in dieser Disziplin. Mich erstaunt dies trotzdem immer wieder auf's Neue.

Bei "Incinerate" wurde Frau Gordon schon lebhafter und zur Mitte des Sets hin wurde sie immer ausgelassener und tanzte wild von links nach rechts, wobei sie sich mit ausgebreiteten Armen im Kreise drehte. Alleine vom Zusehen wurde mir schlecht, was aber nicht am Tanzstil der für ihr Alter unglaublich gut konservierten Blondine lag, sondern an der Vorstellung, ich würde mit meinem ekligen Döner im Magen jetzt an ihrer Stelle Kreise drehen...

Ich fand die Tante aber auf jeden Fall unglaublich cool, sinnlich, sexy, obwohl man an ihrem Gesicht durchaus ihre Jährchen ablesen kann.

Geredet wurde zwischen den Liedern erwartungsgemäß wenig, Sonic Youth ließen lieber ihre Gitarren und Bässe sprechen und beschränkten sich auf kurze Dankesbekundungen ("merci beaucoup") und Titelansagen.

"The next song is called Rats" entfuhr es Thurston beispielsweise gegen Mitte des Konzerts. Wie so viele Stücke des Abends entstammte der Song dem letzten als erstaunlich poppig und zugänglich eingestuftem Longplayer "Rather Ripped". Da ich dieses 2006-er Album aber mag, war das für mich überhaupt kein Problem, im Gegenteil, ich schätze insbesondere "Incinerate", "Reena" und "Do You Believe In Rapture?". Der überwiegende Rest der anderen Stücke kam von "Daydream Nation", schließlich wird gerade die aktuell erscheinende Deluxe-Edition dieses Albums promotet. Beim Festival im französischen St. Malo im Auguts werden Sonic Youth gar ausschließlich Stücke dieses Werkes spielen. Insofern war ich erfeut über den Klassiker 100 % von "Dirty" und dem Opener "The World Looks Red" (von "Confusion Is Sexy"), vielleicht hört man diese Songs von den Amerikanern eine Weile nicht, wer weiß...

Ebenfalls relativ selten zu Ohren bekommt man normalerweise die Zugabe des heutigen Abends, "Eliminator Jr." Im Internet findet man schon irgendwo Mitschnitte davon, da ich aber selten so etwas anschaue (der Klang ist mir meistens doch zu mies!), kann ich keinen Link dorthin nennen.

Berichten kann ich auf jeden Fall von dem härtesten und rohesten Titel des Sets, der die Fans auf der schönen hügeligen Wiese des Geländes noch einmal in Extase versetzte. Auch ich hab noch lange nicht genug von Kim und Thurston und erwäge nach St. Malo zur Route Du Rock zu fahren! Kommt da doch auch alle hin, schließlich spielen unter anderem noch die Smashing Pumpkins! Wer kann da schon widerstehen?

Setlist Sonic Youth Furia Sound Festival:

01: The World Looks Red
02: Incinerate
03: Reena
04: Hey Joni
05: What A Waste
06: Do You Believe In Rapture
07: 100 %
08: Rats
09: Candle
10: Jams Run Free
11: Pink Steam

12: Eliminator Jr. (Z)



Montag, 2. Juli 2007

Queens of the Stone Age, Cergy-Pointoise, 01.07.07

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Konzert: Queens Of The Stone Age
Datum: 01.07.2007
Ort: Cergy-Pointoise bei Paris, im Rahmen des Furia Sound Festivals
Zuschauer: ein paar Tausend


Schon wieder ein Sonntag, schon wieder diese seltsamen Sado-Maso Lüster, schon wieder ein Festival und schon wieder die Queens Of The Stone Age auf der Hauptbühne. Ist das jetzt ein klassisches Déjà-vu Erlebnis? Dieses Phänomen soll es ja wirklich geben und die Leute, die davon betroffen sind, leiden anscheinend sehr darunter, alles ist langweilig für sie, weil sie glauben, die gleichen Dinge bereits vorher einmal erlebt zu haben... Aber ich kann beruhigt sein, mit mir ist soweit alles o.k., Josh Homme hat heute im Gegensatz zum letzten Sonntag in Luxemburg ein schwarzes Hemd an und kein rot-weiß kariertes und außerdem bin ich in Cergy-Pointoise bei Paris und nicht wieder im Großherzogtum! Auch das Set der Queens Of The Stone Age beginnt heute anders als vor sieben Tagen, denn anstatt "Sick, Sick, Sick" bekomme ich heute zunächst "Regular John" um die Ohren gehauen. Sehr löblich, daß die Setlisten bei den amerikanischen Stoner-Rockern immer abgewandelt werden, gerade bei englischen Bands wird oft exakt das gleiche Programm runtergenudelt. Erstaunlich: von den ersten vier Liedern ist mit dem hervorragenden 3's And 7's gerade einmal ein neues Stück von dem aktuellen Album "Era Vulgaris" dabei. Das an dritter Stelle gebrachte "Avon" vom 1. Album von QOTSA kündigt Josh an mit: "This is a song from my first Record, it's dance music." Mein erstes Album? Sieht sich Herr Homme nicht als Teil einer Band, sondern als Solokünstler? Oder liegt es einfach an der Tatsache, daß Troy Van Leeuwen (Gitarre) und Joey Castillo (Drums) erst später dazugestoßen sind und bei Erscheinen des ersten Albums noch nicht zur Formation gehörten? Wie auch immer, Josh hat auf jeden Fall eindeutig klar gemacht, daß er der Boss ist, aber wer sollte das auch bestreiten...

"Misfit Love" wird kurze Zeit später passend zum Titel als Lovesong angekündigt, aber in liebliche Stimmung kommt man bei diesem depressiven Schocker mit dem überlangen Gitarrenintro nicht so wirklich. Josh hat sowieso mehr Lust sich zu streiten, zumindest lässt er kurz nachdem "Misfit Love" verklungen ist, wieder den harten Macho raushängen: "Hey you, Tom the Tiger, come on stage, you fucking asshole! You look like my Ex-Girlfriend, Tiger!" Herr Homme hat in der Menge einen Typen in Tigerkostüm ausfindig gemacht und will, daß das falsche Raubtier auf die Bühne kommt. "Ich halluziniere doch nicht, oder? Ich meine, das ist doch ein Tiger, oder etwa nicht", fragt sich der rothaarige Sänger zum Scherz. Kurze Zeit später ist der Tiger auf der Bühne und darf sich zur Belohnung etwas beleidigen lassen: "asshole, fucker, etc." bekommt der Arme zu hören. Standardvokabular bei Josh. Ist wahrscheinlich ein Kompliment aus seinem Munde, wahrscheinlich nennt er auch seine Freunde so. Einige Lieder später bittet er auch Mitarbeiter des Geländes auf die Bühne und macht sich über ihre fluoreszierenden Jacken lustig: "You brightly coloured assholes, you fucker, don't touch me fucker, you fucking assholes...", die ganze Palette an "Komplimenten" bekommen die Herren zu hören. Aber der macht ja nix, der will nur spielen! Und zwar gute Songs spielen, zum Glück.

Besonders gut kommen "Burn The Witch", "Little Sister" und "Battery Acid", das - obwohl neu - schon wie ein Klassiker im Programm der Band wirkt. Alte Klassiker, die nach wie vor ziehen sind dann "Feelgood Hit Of The Summer", welches immer wieder unterbrochen wird, nur um im Anschluß daran um so brutaler zu lärmen und "The Lost Art Of Keeping A Secret". Den größten Abräumer haben sich die Königinnen aber für den Schluß aufgehoben: "No One Knows" hat noch bisher jeden Festivalbesucher aus der Reserve gelockt und tut es auch heute wieder. Die Ordner schwitzen und fertigen die Crowdsurfer ab. Sie müssen dieses Lied hassen, das bringt ihnen die meiste Arbeit, wahrscheinlich hätten sie lieber Singer/Songwriter auf der Bühne, das wäre dann entspannter für sie. Die Zuschauer sind aber gekommen, um sich musikalisch mal richtig den Arsch versohlen zu lassen. Und wer spielt bitte schön besseren "Kick-Ass Rock" als die Queens Of The Stone Age?

Setlist Queens Of The Stone Age Furia Sound Festival:

01: Regular John
02: 3's And 7's
03: Avon
04: Do It Again
05: ?
06: Misfit Love
07: Into The Hollow
08: Burn The Witch
09: Make It With Chu
10: Little Sister
11: Battery Acid
12: Feelgood HIt Of The Summer
13: The Lost Art Of Keeping A Secret
14: No One Knows

von Oliver



 

Konzerttagebuch © 2010

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