Sonntag, 24. Juni 2012

Sugar From Soul, Koblenz, 21.06.12


Konzert: Sugar from soul, 21. Juni 2012

Ort: Koblenz, Circus Maximus
Zuschauer: etwa 40
Dauer: etwa 50 min


Von Gudrun aus Karlsruhe

Koblenz hat etwas über 100.000 Einwohner. Laut Definition gilt es damit als Großstadt. Daneben hat es eine Universität und eine gewisse Geschichte, aber ist doch irgendwie nicht wie Köln oder Berlin. Es ist wohl nicht zu hochnäsig zu sagen, dass hier deutsche Provinz ist. Auch wenn man am Bahnhofskiosk Postkarten kaufen kann mit Ansichten von Koblenz und dem Aufdruck ''Germany'' (wo anderswo einfach der Name der Stadt stände).

Mich hatte es für einen Abend nach Koblenz verschlagen. Wenn ich auswärts einen freien Abend habe, war bisher meine Strategie, mich im Vorfeld über das Kinoprogramm zu informieren um den einen oder anderen Film sehen für den zu Hause wieder mal nicht genug Zeit geblieben war.

Die Aussicht auf diesen Abend in Koblenz schmeckte mir aber irgendwie sauer, weil ich genau wusste, was ich z.B. nur 1 Std. weiter nördlich in Köln alles verpasste...

Dadurch angetrieben schaute ich mich um, ob ich nicht auch in Koblenz einen Abend mit live-Indie-Musik verbringen könnte. Es müssten ja nicht unbedingt mir schon bekannte Namen sein. Und ... die Antwort war positiv - ein passendes Event fand nur zwei Ecken von meinem Hotel statt.

Konkret waren im Koblenzer Circus Maximus angekündigt:

sugar from soul (alternativ rock)

pando (indie psychedelic)
we arms (indie electronica)

Ich fand mich gegen 20:30 Uhr am Ort des Geschehens ein und war angetan: Es gab ein nettes Bistro-Cafe mit Tischen draußen und drinnen und im Keller war die Bühne mit einer weiteren Bar. Man fand sich nach und nach ein. Die Leute begrüßten sich als Freunde und ich konnte mir gut vorstellen, wenn mich das Schicksal nach Koblenz verschlagen hätte, wäre ich hier gern und öfter.

21 Uhr begann die erste Band mit ihrem Set: Sugar from Soul aus Mainz. Eine Gitarrenband mit einer Frau am Bass, die eine tolle Stimme hat. Das mit der Stimme weiß ich aber nur vom Soundcheck, denn später sang sie nur die zweite Stimme und war deshalb in der Lautstärke stark zurückgenommen. Die knappe Stunde, die die Band gestaltete, fühlte ich mich wirklich sehr gut unterhalten. Die Füße blieben nicht still, Leute tanzten. Die Stücke waren mitreißend!

Im Stil schwankte es ein bißchen zwischen 80iger-Bon-Jovi-Hymnen, der einen oder anderen Santana-mäßigen Gitarreneinlage und ganz knackigen Stücken, die mehr an Mando Diao erinnerten. Mir gefielen ja letztere am besten, aber das ist wohl eher eine Geschmackssache. Der Sänger hatte richtig was drauf. Charisma und Stimme stimmten. In seinen besten Momenten erinnerte er mich an Stücke von Muse, die ich nah am Herzen trage. Mein liebstes Lied und ein Song der absolutes Hitpotential hat, war Femme Fatale (das Video dazu ist auch prima)

http://www.youtube.com/watch?v=9CWTB4IEb4s

Wer verstehen will, was ich mit dem Muse-ähnlichen Gesang meine, kann hier in Tokio II reinhören (dort sieht man auch schön, dass die Band live gut funktioniert):
http://www.youtube.com/watch?v=IK5-TO9261Q

Wer sich selbst einen Eindruck verschaffen will, kann hier stöbern:

http://www.sugarfromsoul.com/sfs_e_artists.html

Setlist:

Feel the night

Tokio II
Femme Fatale
Till the End
Cats 'n Dogs
Shuffle
Lenny
Leading Star
Südstaaten
Desease Me

Mein ursprünglicher Plan war ja gewesen einen netten Abend im Circus Maximus zu verbringen. Nach den ersten 20 min der zweiten Band Pando machte sich dann aber doch der Schlafentzug des Kölner Abends bemerkbar und da das Set mir eigentlich auch zu laut war, ließ ich die Aussicht auf eine sicher hervorragende dritte Band fahren und ging vernünftig in mein Hotel zurück.

Wenigstens eine CD von We arms nahm ich mir aber noch mit auf dem Weg und danach zu urteilen was darauf zu hören ist, habe ich tatsächlich ein schönes Konzert verpasst in der Stunde vor Mitternacht...

Mein Fazit nach diesem Abend: die deutsche Provinz kann ganz schön cool sein!



 

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